
Schematherapie in Iserlohn
Schematherapie nach Jeffrey Young
Manchmal reagieren wir in bestimmten Situationen immer wieder auf ähnliche Weise – obwohl wir uns eigentlich etwas anderes wünschen. Vielleicht fällt es schwer, Grenzen zu setzen, anderen zu vertrauen oder den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Solche wiederkehrenden Muster entstehen oft nicht zufällig, sondern haben ihre Wurzeln in frühen Erfahrungen und den Strategien, die uns damals geholfen haben.
Wiederkehrende Muster und frühe Erfahrungen verstehen
In der Schematherapie schauen wir gemeinsam darauf, welche Erfahrungen Ihr Denken, Fühlen und Handeln bis heute beeinflussen und welche Bedürfnisse dabei möglicherweise zu kurz gekommen sind. Ziel ist es im Rahmen der Psychotherapie, belastende Muster besser zu verstehen und neue, hilfreiche Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln.
Neue Erfahrungen mit Schematherapie ermöglichen
Dabei kommen neben bewährten verhaltenstherapeutischen Methoden auch emotionale und erlebnisorientierte Techniken zum Einsatz. Belastende oder prägende Erfahrungen werden dabei nicht nur verstanden, sondern – wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind – auch behutsam bearbeitet und neu eingeordnet. Mir ist besonders wichtig, dass Sie sich selbst mit mehr Verständnis begegnen und Schritt für Schritt neue Erfahrungen machen können, die zu Ihren heutigen Bedürfnissen und Lebenszielen passen.
Häufige Fragen zur Schematherapie
Als Schemata werden tief verankerte Muster bezeichnet, die beeinflussen können, wie wir uns selbst, andere Menschen und bestimmte Situationen wahrnehmen. Sie können sich bereits früh im Leben entwickeln und mit Erfahrungen verbunden sein, in denen wichtige emotionale Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt wurden. Ein Modus beschreibt eher den Zustand, in dem wir uns in einer bestimmten Situation gerade befinden. Vielleicht fühlen wir uns plötzlich sehr verletzlich, ziehen uns zurück, werden besonders kritisch mit uns selbst oder versuchen, alles unter Kontrolle zu halten. Vereinfacht gesagt: Ein Schema kann im Hintergrund wirksam sein, während ein Modus beschreibt, wie sich dieses Erleben in einem bestimmten Moment zeigt.
In der Schematherapie spielen emotionale Grundbedürfnisse eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise das Bedürfnis nach Sicherheit und verlässlicher Bindung, nach Selbstständigkeit, nach dem Ausdruck eigener Gefühle und Bedürfnisse, nach angemessenen Grenzen sowie nach Spontaneität und Spiel. Im therapeutischen Prozess schauen wir, welche Bedürfnisse in der eigenen Lebensgeschichte möglicherweise zu kurz gekommen sind und welche Bedeutung dies für heutige Beziehungen, Gefühle und Verhaltensweisen haben kann.
In der Schematherapie arbeiten wir zunächst mit dem, was Sie heute beschäftigt und belastet. Dazu schauen wir, wie sich bestimmte Muster, Gefühle oder Reaktionen im gegenwärtigen Leben zeigen und was sich daran verändern soll. Frühere Erfahrungen können dabei helfen, besser zu verstehen, wie diese Muster entstanden sind und warum sie heute noch wirksam sind. Deshalb kann es sinnvoll sein, auch Erfahrungen aus der Kindheit zu betrachten und zu bearbeiten – aber nicht um der Vergangenheit willen. Entscheidend ist immer die Frage: Was hilft Ihnen heute, anders mit sich selbst, anderen und belastenden Situationen umzugehen?
Manche Menschen kennen eine sehr kritische innere Stimme, die hohe Anforderungen stellt, Fehler kaum zulässt oder das Gefühl vermittelt, nicht gut genug zu sein. In der Schematherapie wird diese Stimme oft dem sogenannten strafenden oder fordernden Modus zugeordnet – einem inneren Anteil, der meist aus früheren Erfahrungen entstanden ist. Dabei geht es nicht darum, diese kritische Seite einfach zu bekämpfen. Stattdessen betrachten wir, wie sie entstanden ist und welche Funktion sie ursprünglich hatte, um nach und nach einen verständnisvolleren und stärkenden Umgang mit sich selbst zu entwickeln.
Schemata können sich über viele Jahre entwickeln und entsprechend tief verankert sein. Veränderungen brauchen deshalb häufig Zeit und neue Erfahrungen. In der Therapie kann es darum gehen, vertraute Muster früher wahrzunehmen, ihre Auslöser besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Denken, Fühlen und Handeln zu erproben. Ziel ist nicht, schwierige Reaktionen einfach „abzustellen“, sondern zunehmend flexibler mit ihnen umgehen zu können.
Welche Schemata und Modi für einen Menschen bedeutsam sind, lässt sich nicht allein anhand einzelner Situationen bestimmen. Im therapeutischen Prozess können wiederkehrende Gefühle, Gedanken, Verhaltensweisen und Beziehungserfahrungen genauer betrachtet werden. Mit der Zeit kann so verständlicher werden, welche Muster sich wiederholen, wann sie besonders deutlich werden und welche Bedürfnisse damit verbunden sein können.
