Gruppenpsychotherapie bei dissoziativen Störungen in Iserlohn

Dissoziation verstehen und im Alltag besser damit umgehen

Dissoziative Symptome können sich sehr unterschiedlich zeigen: Die Umgebung kann plötzlich unwirklich erscheinen, Gedanken oder Gefühle können sich weit entfernt anfühlen oder es kann schwerfallen, wirklich im Hier und Jetzt zu bleiben. Viele Menschen erleben dabei nicht nur die Symptome selbst als belastend, sondern auch das Gefühl, mit diesen Erfahrungen irgendwie „anders“ oder „verkehrt“ zu sein. Der Austausch mit anderen, die Ähnliches kennen, kann helfen, die eigenen Erfahrungen besser zu verstehen und mehr Akzeptanz für sich selbst zu entwickeln.

Im Mittelpunkt der Gruppe steht das Verständnis dafür, wie Dissoziation entsteht, was dabei im Gehirn und im Körper passiert und welche Situationen es besonders schwer machen, präsent und handlungsfähig zu bleiben. Gemeinsam erkunden wir typische „Fallstricke“, entwickeln alltagstaugliche Strategien und probieren aus, was dabei hilft, wieder mehr Kontakt zur eigenen Wahrnehmung, zum Körper und zur aktuellen Umgebung zu finden. Dabei geht es nicht nur darum, etwas über Dissoziation zu lernen, sondern auch darum, selbst zu erleben, was hilft. Wir erklären, diskutieren, experimentieren und erarbeiten vieles auf spielerische Weise.

Dissoziation bedeutet im Kern, dass Bereiche unseres Erlebens, die normalerweise miteinander verbunden sind, zeitweise weniger gut in Kontakt stehen können. Gerade deshalb bietet die Gruppe eine besondere Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen, wahrzunehmen und Schritt für Schritt auch dann aufrechtzuerhalten, wenn es schwierig wird. Die Erfahrungen der anderen können dabei unterstützen und Mut machen. Auch der Austausch in der Gruppenpsychotherapie mit anderen zwischen den Gruppensitzungen hat sich in meiner bisherigen Arbeit als wertvolle Ergänzung erwiesen und kann helfen, das Erarbeitete im Alltag weiterzuführen.

In die Gruppe fließen unterschiedliche traumatherapeutische Ansätze ein, unter anderem Elemente aus TIST und EMDR. Als roter Faden dient das Arbeitsbuch Finding Solid Ground. Ziel ist es, gemeinsam mehr Verständnis, Präsenz und Handlungsspielraum im Umgang mit Dissoziation zu entwickeln – und die Erfahrung zu machen: Es ist möglich, etwas zu verändern, und ich muss diesen Weg nicht allein gehen.

Häufige Fragen zur Gruppe für Menschen mit dissoziativen Symptomen

Nein. Voraussetzung für die Teilnahme ist nicht eine bestimmte Diagnose, sondern dass Sie dissoziative Symptome erleben. Diese können sehr unterschiedlich sein und sich beispielsweise in Erinnerungslücken, einem Gefühl von Unwirklichkeit, innerer Abwesenheit, unterschiedlichen inneren Zuständen oder anderen Formen der Dissoziation zeigen.

Nein. Sie müssen keine traumatischen Erfahrungen erzählen. Im Mittelpunkt stehen zunächst Ihre persönlichen Erfahrungen mit Dissoziation: Was erleben Sie? Welche Situationen lösen Dissoziation aus? Welche Vor- und Nachteile hat sie für Sie? Und welche Strategien helfen Ihnen im Umgang damit? Im weiteren Verlauf kann es sein, dass auch traumatische Erfahrungen thematisiert werden. Das geschieht jedoch nur, wenn die Gruppe gemeinsam entscheidet, dass dies sinnvoll ist. Niemand wird dazu aufgefordert oder gedrängt, über Erlebnisse zu sprechen, über die er nicht sprechen möchte.

Das kann passieren und ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Wir besprechen zu Beginn gemeinsam, wie wir mit Dissoziationen während der Sitzungen umgehen und wie Sie trotzdem Zugang zu wichtigen Informationen erhalten können. Wenn Sie etwas nicht mitbekommen haben, dürfen Sie jederzeit gerne nachfragen. Wahrscheinlich kennen auch die anderen Gruppenmitglieder diese Erfahrung und sind vielleicht sogar erleichtert, wenn jemand eine Frage stellt, sodass ein wichtiger Inhalt noch einmal erklärt werden kann.

Sie entscheiden selbst, was und wie viel Sie erzählen möchten. Es gibt keinen festen Umfang, den Sie von sich preisgeben müssen. Gleichzeitig kann es gerade bei dissoziativen Symptomen hilfreich sein, sich anderen Menschen zunehmend mitzuteilen. Dissoziation kann auch bedeuten, den Kontakt zu sich selbst oder zu anderen zu verlieren. Die Gruppe kann deshalb eine Möglichkeit sein, wieder mehr Kontakt, Verständnis und Verbundenheit zu erleben – in Ihrem eigenen Tempo.

Damit sind Sie nicht allein. Vielen Menschen mit dissoziativen Symptomen fällt es zunächst schwer, sich in einer Gruppe zu zeigen oder anderen Menschen zu vertrauen. Sie dürfen sich langsam an das Gruppensetting gewöhnen und zunächst beobachten, bevor Sie sich stärker einbringen. Häufig wird der Kontakt nach einigen Sitzungen leichter, wenn die Gruppe vertrauter geworden ist. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Gruppe für Sie zum aktuellen Zeitpunkt passend ist, sprechen Sie mich gerne vorab im Einzelkontakt darauf an. Gemeinsam können wir überlegen, was für Sie gerade sinnvoll ist.

Ja. Je nach persönlicher Situation kann es herausfordernd sein, mit mehreren Menschen in einem Raum zu sein und gleichzeitig über Dissoziation zu sprechen, Übungen auszuprobieren oder sich anderen gegenüber zu öffnen. Diese Sorge ist nachvollziehbar und sollte ernst genommen werden. Deshalb klären wir vor der Teilnahme gemeinsam, wie es Ihnen aktuell geht und ob ich die Gruppe zu diesem Zeitpunkt für Sie als geeignet einschätze. Ziel ist nicht, Sie zu etwas zu bringen, das Sie überfordert, sondern einen Rahmen zu finden, in dem neue Erfahrungen möglich werden, ohne Ihre Stabilität aus dem Blick zu verlieren.