Rückfallprophylaxe bei Suchterkrankungen in Iserlohn

Abstinenz festigen und Rückfällen vorbeugen

Diese Gruppe zur Rückfallprophylaxe richtet sich an Menschen mit einer Suchterkrankung, die bereits abstinent leben und ihre Abstinenz langfristig festigen möchten.

Der Weg in ein suchtfreies Leben endet nicht mit dem Verzicht auf eine Substanz – häufig beginnt dann die eigentliche Herausforderung. Gemeinsam schauen wir darauf, welche Situationen, Gefühle oder Beziehungsmuster das Rückfallrisiko erhöhen können und entwickeln hilfreiche Strategien für den Umgang mit Belastungen im Alltag.

Der Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann dabei Mut machen, neue Perspektiven eröffnen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken. Ziel der Gruppe ist es, die persönliche Stabilität zu fördern, Rückfällen vorzubeugen und langfristig mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität zu gewinnen.

Die Gruppe findet in einem geschützten und wertschätzenden Rahmen mit bis zu neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Häufige Fragen zur Sucht-Therapie-Gruppe

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine bestehende Abstinenz. Ein Entzug sollte abgeschlossen sein, muss aber nicht in einer Entzugsklinik stattgefunden haben. Sie müssen jedoch keine bestimmte Zeit abstinent sein, bevor Sie an der Gruppe teilnehmen können.

Ein Rückfall kann Teil des Veränderungsprozesses sein und wird in der Gruppe nicht als persönliches Versagen betrachtet. Wichtig ist jedoch, dass Sie nicht intoxikiert in die Gruppe kommen, damit die Abstinenz der anderen Gruppenmitglieder geschützt bleibt. Die gemeinsame Aufarbeitung eines Rückfalls kann für die gesamte Gruppe wertvoll sein, weil dabei sichtbar wird, welche Situationen, Gedanken oder Gefühle zum Konsum geführt haben und was künftig hilfreich sein könnte. Bei wiederholten Rückfällen müssen wir gemeinsam prüfen, ob die aktuelle Abstinenzentscheidung noch trägt und ob die Teilnahme an dieser Gruppe weiterhin sinnvoll ist.

Nein. Sie entscheiden selbst, welche persönlichen Erfahrungen Sie einbringen möchten. Es geht nicht darum, jedes Detail Ihres früheren Konsums zu erzählen. Gleichzeitig kann es hilfreich sein, bestimmte Erfahrungen mit der Gruppe zu teilen – sowohl um die eigenen Muster besser zu verstehen als auch um von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Suchtdruck kann sehr unmittelbar und überwältigend sein. In der Gruppe sammeln und erarbeiten wir verschiedene Strategien, die Ihnen helfen können, solche Situationen zu überstehen. Dazu gehören beispielsweise:

  • den Ort oder die Situation zunächst verlassen und Abstand gewinnen
  • Kontakt zu einer vertrauten Person aufnehmen
  • den Suchtdruck bewusst beobachten, ohne sofort darauf zu reagieren
  • sich an die eigenen Gründe für die Abstinenz erinnern
  • den Moment überbrücken, indem man etwas tut, das Aufmerksamkeit und Körper aktiviert
  • typische Auslöser frühzeitig erkennen und möglichst vermeiden

Wichtig ist dabei: Suchtdruck muss nicht sofort verschwinden. Es kann bereits ein Erfolg sein, eine Welle auszuhalten, ohne ihr nachzugeben.

Rückfälle beginnen häufig nicht erst mit dem Konsum. Frühere Warnzeichen können beispielsweise Veränderungen in Stimmung, Gedanken, Verhalten oder im sozialen Umfeld sein. Wenn wir uns in der Gruppe besser kennengelernt haben, können Sie auch Rückmeldungen von den anderen erhalten, in welchen Situationen diese bei Ihnen eine Rückfallgefährdung vermuten. Gemeinsam entwickeln wir Ihre persönlichen Warnzeichen und konkrete Strategien zur Rückfallvorbeugung.

Ja. Gerade wenn das Thema Sucht für Sie weiterhin eine Rolle spielt, kann eine Gruppe zur Rückfallprophylaxe sinnvoll sein – auch wenn Sie sich aktuell stabil fühlen. Wenn Sie sich mit diesen Fragen beschäftigen, gibt es vermutlich einen Grund, weshalb das Thema gerade für Sie relevant ist. Vor der Teilnahme lernen wir uns außerdem in einem persönlichen Erstgespräch kennen. Dabei können wir gemeinsam schauen, wo Sie gerade stehen und welche Unterstützung für Sie aktuell am sinnvollsten ist.