Schematherapeutische Gruppe in Iserlohn

Schematherapeutische Gruppe – Beziehungsmuster verstehen und verändern

Oft wiederholen sich in Beziehungen ähnliche Konflikte oder belastende Erfahrungen – unabhängig davon, ob es um die Partnerschaft selbst, eine Trennung oder den Umgang mit Nähe und Distanz geht. Vielleicht fällt es schwer, Grenzen zu setzen, Vertrauen aufzubauen oder die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Solche Muster haben häufig ihre Wurzeln in früheren Erfahrungen, die unser Erleben und Handeln bis heute prägen.

In dieser schematherapeutischen Gruppe haben Sie die Möglichkeit, wiederkehrende Beziehungsmuster besser zu verstehen und neue Erfahrungen im Umgang mit sich selbst und anderen zu machen. Dabei bietet die Gruppe Möglichkeiten, die in einer Einzeltherapie so nicht umsetzbar wären: Unterschiedliche innere Anteile und Perspektiven können beispielsweise in Rollenspielen von anderen Gruppenmitgliedern übernommen und gemeinsam erlebt werden. So können etwa der innere Kritiker, ein emotionaler Anteil und eine gesunde, erwachsene Perspektive miteinander ins Gespräch kommen und die Dynamik von außen beobachtet und – mit etwas Abstand – besser verstanden werden.

Auch die gemeinsame Arbeit mit der Modussprache schafft eine besondere Form des Verständnisses: Was zunächst das persönliche Problem eines Einzelnen ist, wird für die ganze Gruppe nachvollziehbar und nutzbar. Jeder kann von den Erfahrungen der anderen lernen und zugleich eigene Muster in den Beziehungen innerhalb der Gruppe beobachten und erproben. Auf spielerische und gleichzeitig geschützte Weise können so unterschiedliche Formen der Interaktion ausprobiert, Schwierigkeiten sichtbar gemacht und neue Handlungsmöglichkeiten unmittelbar erfahren werden.

So verbindet die Gruppe therapeutische Arbeit mit dem unmittelbaren Erleben in Beziehungen – und schafft einen Raum, in dem Verstehen, Ausprobieren und Veränderung gleichzeitig möglich werden.

Häufige Fragen zur Schematherapie-Gruppe

Nein. Sie benötigen keine Vorkenntnisse. Wir beginnen ganz am Anfang: Ich erkläre Ihnen, was Schematherapie ist und was hinter dem Modusmodell steckt. Schritt für Schritt lernen Sie gemeinsam mit der Gruppe die Modussprache kennen und erfahren, wie Sie diese nutzen können. Im weiteren Verlauf führen wir auch Methoden wie Stuhldialoge und Imaginationen ein.

Nein. Niemand wird dazu gezwungen, persönliche Erfahrungen zu erzählen oder an einer bestimmten Übung teilzunehmen. Gleichzeitig können Sie auch von den Themen der anderen Gruppenmitglieder profitieren. Häufig erkennt man sich in bestimmten Modus-Dynamiken wieder, obwohl eine Situation zunächst ganz anders erscheint. Am meisten profitieren Sie jedoch, wenn Sie sich selbst die Möglichkeit geben, eigene Themen einzubringen und zusammen mit der Gruppe daran zu arbeiten.

Rollenspiele und Stuhldialoge sind für die meisten Menschen zunächst ungewohnt. Zu Beginn fällt es vielen leichter, zunächst andere bei einer Übung zu beobachten und ein Gefühl dafür zu entwickeln. Mit der Zeit wird es meist natürlicher, selbst verschiedene Rollen oder Stühle einzunehmen. Sie bestimmen dabei Ihr eigenes Tempo.

Gerade solche Reaktionen können ein wichtiger Teil der Therapie sein. Rückzug oder Unsicherheit können beispielsweise Ausdruck eines Bewältigungsmodus sein. Wir betrachten diese Reaktion deshalb nicht als etwas, das möglichst schnell verschwinden muss, sondern versuchen zu verstehen, welche guten Gründe dieser Modus hat und wovor er Sie möglicherweise schützen möchte. Wir arbeiten also nicht gegen Ihre Unsicherheit, sondern mit ihr – und entwickeln Schritt für Schritt neue Möglichkeiten, mit solchen Situationen umzugehen.

Konflikte können sich zunächst unangenehm oder verunsichernd anfühlen. Gleichzeitig sind sie eine wertvolle Möglichkeit, eigene Muster unmittelbar zu erleben und besser zu verstehen. Vielleicht entsteht beispielsweise der Impuls, sich zurückzuziehen, besonders angepasst zu reagieren, wütend zu werden oder unbedingt Recht behalten zu wollen. Solche Situationen können wir gemeinsam betrachten: Welcher Modus wurde aktiviert? Was hat ihn ausgelöst? Welche Bedürfnisse stehen dahinter? Und wie könnte ein anderer Umgang aussehen? Konflikte werden dabei nicht unter den Teppich gekehrt. Sie dürfen angesprochen und können in diesem geschützten Rahmen bearbeitet werden. Gerade dadurch kann die Gruppe zu einem Ort werden, an dem neue Beziehungserfahrungen möglich werden.

Auf jeden Fall. Schematherapie eignet sich nicht nur für Beziehungsschwierigkeiten. Sie kann bei ganz unterschiedlichen psychischen Problemen eingesetzt werden und ist insbesondere dann hilfreich, wenn sich belastende Muster über längere Zeit hinweg wiederholen und bisherige therapeutische Ansätze nicht ausreichend geholfen haben. Dabei schauen wir nicht nur auf einzelne Symptome, sondern auch auf die dahinterliegenden Muster, Bedürfnisse und Bewältigungsstrategien. So kann die Schematherapie beispielsweise auch bei Ängsten, Depressionen, Selbstwertproblemen, wiederkehrenden Konflikten oder Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation sinnvoll sein.