
Schematherapie mit Paaren in Iserlohn
Wenn alte Verletzungen aktuelle Konflikte verstärken
In Beziehungen reagieren wir manchmal stärker, als es die aktuelle Situation eigentlich erklären würde. Ein scheinbar kleiner Konflikt kann plötzlich alte Verletzungen berühren, und aus einem Streit über den Haushalt wird ein Streit über Nähe, Wertschätzung oder das Gefühl, nicht wichtig zu sein.
Beziehungsmuster und innere Bedürfnisse besser verstehen
Die Schematherapie mit Paaren hilft dabei, solche wiederkehrenden Muster besser zu verstehen. Dabei schauen wir nicht nur darauf, was zwischen den Partnern gerade passiert, sondern auch darauf, welche früheren Erfahrungen und inneren Bedürfnisse dabei berührt werden. So kann verständlicher werden, warum ein Partner sich beispielsweise zurückzieht, während der andere immer stärker nach Nähe sucht – und wie sich beide Reaktionen gegenseitig verstärken können.
Neue Formen des Umgangs miteinander entwickeln
Gemeinsam versuchen wir, diese Muster frühzeitig zu erkennen und neue Formen des Umgangs miteinander zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, Schuld zu verteilen, sondern die gegenseitigen Reaktionen besser zu verstehen und einen Umgang zu finden, der beiden Partnern mehr Sicherheit, Nähe und Handlungsspielraum ermöglicht.
Häufige Fragen zur Schematherapie mit Paaren
Nicht unbedingt. Alte Erfahrungen können dabei helfen, heutige Reaktionen und Beziehungsmuster besser zu verstehen. Dabei geht es jedoch nicht darum, die gesamte eigene Vergangenheit aufzuarbeiten. Wir schauen zunächst auf das, was heute zwischen Ihnen passiert: Welche Situationen lösen starke Reaktionen aus? Welche Bedürfnisse werden dabei berührt? Und welche Muster entstehen immer wieder? Wenn wir dabei merken, dass eine frühere Erfahrung für das heutige Erleben besonders wichtig ist, kann es sinnvoll sein, auch dort genauer hinzuschauen.
Das kommt häufig vor. In einer Paarbeziehung können zwei Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich wahrnehmen und trotzdem beide mit ihrem Erleben richtig liegen. Wir versuchen deshalb nicht herauszufinden, wer die „richtige“ Sichtweise hat. Vielmehr geht es darum zu verstehen, was die jeweilige Situation für jeden von Ihnen bedeutet hat: Was haben Sie wahrgenommen? Was haben Sie gefühlt? Welche Bedürfnisse wurden berührt? So kann verständlicher werden, warum beide auf ihre Weise reagiert haben – und wie sich die jeweiligen Modi gegenseitig beeinflussen können. Häufig entsteht daraus ein Kreislauf, in dem die Reaktion des einen den Modus des anderen aktiviert und umgekehrt. Beide geraten so immer wieder in eine Dynamik, die den Konflikt verstärkt, obwohl keiner von beiden dies eigentlich möchte.
Auch das ist nichts Ungewöhnliches. Manche Menschen haben früh gelernt, die eigenen Gefühle eher zurückzustellen oder sich stark an den Bedürfnissen anderer zu orientieren. Wir müssen deshalb nicht voraussetzen, dass jeder sofort benennen kann, was er fühlt oder braucht. Wir können uns gemeinsam Schritt für Schritt annähern: Was passiert in Ihnen, wenn Ihr Partner etwas Bestimmtes sagt oder tut? Was möchten Sie in diesem Moment eigentlich erreichen? Wonach sehnen Sie sich – oder wovor möchten Sie sich schützen?
Ja. Eine Paarbeziehung muss nicht grundsätzlich belastet sein, damit es sich lohnt, bestimmte Muster genauer anzuschauen. Gerade wiederkehrende Konflikte können zeigen, dass beide Partner an bestimmten Stellen besonders empfindlich reagieren. Vielleicht geht es immer wieder um Nähe und Abstand, Anerkennung, Verlässlichkeit, Kontrolle oder Autonomie. Wenn wir verstehen, was hinter diesen Konflikten steht, können neue Möglichkeiten entstehen, miteinander umzugehen.
Dann kann sich trotzdem etwas bewegen. Eine Veränderung des eigenen Verhaltens kann die gemeinsame Dynamik bereits beeinflussen. Gleichzeitig geht es in der Paartherapie nicht darum, einen Partner zum „Problem“ und den anderen zum „Veränderungswilligen“ zu machen. Wir schauen deshalb gemeinsam, was jeden von Ihnen daran hindert, sich auf den Prozess einzulassen. Vielleicht gibt es Unsicherheit, Angst vor Schuldzuweisungen oder die Sorge, dass die eigene Perspektive nicht gesehen wird. Das kann ebenfalls ein wichtiger Teil der gemeinsamen Arbeit sein.
