
AZA-Modell in der Supervision
Klarheit von der ersten Minute
Wer schon einmal an einer Supervision teilgenommen hat, kennt das Gefühl: Die Zeit ist knapp, es gibt viele mögliche Themen – und am Ende der Stunde bleibt oft der Eindruck, dass man zwar viel besprochen, aber nicht wirklich etwas mitgenommen hat. Genau hier setzt das AZA-Modell an.
Was steckt hinter AZA?
Das AZA-Modell wurde von Bettina Lohmann (IFT) für die verhaltenstherapeutische Supervision entwickelt und steht für drei aufeinander aufbauende Schritte:
- A – Anliegen: Womit kommt der Supervisand heute konkret? Was beschäftigt ihn an einem Fall, einer Situation oder einer Frage?
- Z – Ziel: Was soll am Ende der Supervisionsstunde erreicht sein? Ein Ziel zu benennen schärft den Blick und verhindert, dass sich das Gespräch verliert.
- A – Auftrag: Welche konkrete Aufgabe übernimmt die Supervision, um dieses Ziel zu erreichen? Erst wenn dieser Auftrag klar ist, beginnt die eigentliche inhaltliche Arbeit.
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, beginnt die eigentliche inhaltliche Arbeit. Zum Abschluss schauen wir gemeinsam zurück: Wurde das vereinbarte Ziel erreicht? Was nimmt der Supervisand aus der Stunde mit?
Warum sich diese Struktur lohnt
Supervision lebt von begrenzter Zeit und oft von komplexen, vielschichtigen Anliegen. Ohne eine klare Auftragsklärung besteht die Gefahr, dass mehrere Themen nur angerissen werden, ohne dass am Ende ein greifbares Ergebnis steht. Das AZA-Modell schafft hier Fokus: Es sorgt dafür, dass die kostbare gemeinsame Zeit zielgerichtet genutzt wird – und dass sowohl Supervisand als auch Supervisor am Ende genau wissen, was erreicht wurde.
Diese Struktur eignet sich besonders gut für die psychotherapeutische Fallsupervision, lässt sich aber ebenso auf andere Bereiche übertragen – etwa auf Teamsupervision oder Fallsupervision außerhalb der Psychotherapie, wo klare Zielorientierung genauso wertvoll ist.
Was das AZA-Modell für die Supervision leistet
Gute Supervision beginnt nicht mit der Fallschilderung, sondern mit der Frage: Was genau wollen wir heute gemeinsam erreichen? Das AZA-Modell macht diese Klärung zum festen Bestandteil jeder Sitzung – und schafft die Grundlage dafür, dass die gemeinsame Zeit möglichst sinnvoll genutzt werden kann.
